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Island · Polarlicht-Vorhersage für die nächsten Nächte AuroraRadar.pro

Finde heraus, wo und wann du in Island die besten Chancen auf Polarlichter hast. Eine einfache Wertung von 0–100 (sie berücksichtigt die Kp-Vorhersage der Polarlichtaktivität, das Wetter und drei Wolkenschichten – und für die aktuelle Stunde auch den gemessenen Bz-Wert des Sonnenwinds) zeigt dir, ob es sich lohnt, rauszugehen und Ausschau zu halten.

Aber es bleibt eine Vorhersage – sie kann sich so schnell ändern wie das isländische Wetter, also lade die Seite und die Messwerte ruhig öfter neu.

Wähle eine Region Islands oder einen bestimmten Ort auf der Karte und prüfe deine Chancen, Polarlichter zu erwischen. Und wenn du mehr über die Polarlichter selbst wissen willst – wie sie entstehen, welche Werte diese Seite zeigt und welche Satelliten sie messen –, wirf einen Blick in den Polarlicht-Ratgeber weiter unten.

AuroraRadar.proIsland · Polarlicht-Vorhersage

Regionen – wohin fahren

Karte von Island (OpenStreetMap)
Farbe der Region = Wertung 0–100 tippe auf eine Region oder einen Punkt Karte: © OpenStreetMap

Die Nacht Stunde für Stunde

Die Zahlen im Polarlichtband sind eine Wertung von 0 bis 100: wie gut die Bedingungen in dieser Stunde zusammenpassen – Polarlichtaktivität, Bewölkung, Dunkelheit, Mondphase und Lichtverschmutzung durch Ortschaften. Das ist keine Prozent-Chance und keine Wahrscheinlichkeit: 100 bedeutet eine perfekte Nacht, die praktisch nie vorkommt.

0–11 schlecht12–29 mäßig30–54 gut55+ hervorragende Bedingungen
Polarlichtband: heller und höhere Zahl = bessere Stunde Wolkenschichten in ihrer eigenen Höhe: % bedeckter Himmel; Wolkensymbole: eins bis 33 %, zwei bis 66 %, drei darüber Dämmerung (noch nicht ganz dunkel) beste Zeit

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Maciej Budzich mit Mütze an einem heißen Naturbecken in Island

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Rangliste der Orte

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Sonnenwind jetzt

Was die Zahlen bedeuten

Schwellenwerte wie bei NOAA, IMO und SpaceWeatherLive
Wertung 0–100eine Zahl statt fünf Diagramme

Für jede Stunde der Nacht multiplizieren wir vier Dinge: Polarlichtaktivität (aus der Kp-Vorhersage), klaren Himmel, Dunkelheit (ob die Sonne schon tief genug steht) und den Mond (je heller und höher er steht, desto schwächer sind die Polarlichter, die du noch siehst; unter dem Horizont spielt er keine Rolle). Die Wertung eines Ortes ist seine beste Stunde; die „beste Zeit“ sind die Stunden, in denen die Wertung nahe an diesem Höchstwert bleibt. 100 bedeutet eine perfekte Nacht, die fast nie vorkommt. Die Wertung einer Region ist die Wertung des besten Ortes in dieser Region – denn dorthin lohnt es sich zu fahren –, und die Beschreibung ergänzt, wie viele Wolken über dem Rest der Region hängen. Orte in Städten bekommen einen zusätzlichen Lichtverschmutzungsfaktor (z. B. Reykjavík 0,66, Akureyri 0,54), weil du schwache Polarlichter unter Straßenlaternen nicht siehst.

0–11 schlecht12–29 mäßig30–54 gut55+ hervorragende Bedingungen
Wertung „jetzt“dieselbe Formel, aber mit gemessenem Sonnenwind statt Kp-Vorhersage

Die Vorhersage für die Nacht basiert auf Kp – einem 3-Stunden-Mittelwert für den ganzen Planeten, der dem Geschehen über deinem Kopf hinterherhinkt. Deshalb berechnen wir für die aktuelle Stunde zusätzlich eine Wertung „jetzt“: Aus den Sonnenwind-Messungen (Bz, Bt, Geschwindigkeit, Dichte) schätzen wir mit der Newell-Kopplungsfunktion (2007) einen entsprechenden Kp-Wert – je stärker Bz nach Süden zeigt, je stärker das Feld und je schneller der Wind, desto mehr Energie strömt in die Magnetosphäre – und setzen ihn in dieselbe Formel mit Wolken, Dunkelheit, Mond und Lichtverschmutzung ein. Das ist eine Schätzung für die nächsten 30–60 Minuten, denn so lange braucht der Wind von der Raumsonde bis zur Erde. Die Wertung für die Nacht sagt dir, ob sich ein Ausflug lohnt; die Wertung „jetzt“, ob du sofort rausgehen solltest. Nach Einbruch der Dunkelheit zählt derselbe Messwert auch auf der Karte, in der Rangliste und im Diagramm: Die aktuelle Stunde der heutigen Nacht nimmt ihren Kp-Wert aus dem Sonnenwind statt aus der Vorhersage, sodass ein plötzlicher Aktivitätssprung sofort in den Farben der Regionen sichtbar wird.

Kp (0–9)wie gestört das Erdmagnetfeld ist

Ein planetarer Index, der alle 3 Stunden aus einem weltweiten Netz von Magnetometern berechnet wird (GFZ Potsdam); die NOAA veröffentlicht eine Vorhersage dafür für die kommenden Tage. Je höher Kp, desto weiter reicht das Polarlichtoval nach Süden. Island liegt direkt unter dem Oval, deshalb hast du schon bei Kp 1–2 und klarem Himmel eine Chance; bei Kp 3–4 stehen die Polarlichter direkt über dir; ab Kp 5 spricht man von einem geomagnetischen Sturm (Skala G1–G5), der sogar von Schottland oder dem Norden der USA aus sichtbar ist.

Denk daran: Kp ist ein 3-Stunden-Mittelwert für den ganzen Planeten. Die Polarlichter können auch bei niedrigem Kp für eine Viertelstunde „explodieren“ – deshalb zeigen wir den aktuellen „jetzt“-Wert neben der Vorhersage.

0–1 ruhig2 ruhig, aber sichtbar3–4 aktiv5 Sturm G16 G27 G38–9 G4–G5
IMO-Vorhersage (0–9)Islands eigene Skala für die kommende Nacht

Veðurstofa Íslands veröffentlicht für jede Nacht, 10 Tage im Voraus, eine eigene Zahl von 0 bis 9 – auf Grundlage der NOAA-Vorhersage und lokaler Erfahrung. Sie entspricht ungefähr dem erwarteten Kp: 0–1 ruhig, 2–3 Polarlichter bei klarem Himmel sichtbar, 4–5 hell und bewegt, 6+ Sturm. Isländer lesen diese Zahl zusammen mit der Wolkenkarte des IMO – und genau das fassen wir in einer Wertung zusammen.

0–1 ruhig2–3 sichtbar4–5 hell6–9 Sturm
Bz (nT)die wichtigste Zahl für „jetzt“

Die Nord-Süd-Komponente des Magnetfelds, das der Sonnenwind mit sich trägt. Ist sie negativ („südwärts“), koppelt sie an das Erdmagnetfeld an und lässt Energie in die Magnetosphäre – dann werden die Polarlichter stärker. Ein positives Bz schließt die Tür. Es ändert sich von Minute zu Minute, deshalb ist Bz der Wert, den du im Blick behalten solltest, wenn du schon draußen unter dem Himmel stehst.

über −1 ruhig−1 … −5 hilfreich−5 … −10 aktivunter −10 stark
Bt (nT)Stärke des Magnetfelds im Sonnenwind

Die Gesamtstärke des Feldes (Bz ist ein Teil davon). Ein hohes Bt bedeutet großes Potenzial – aber nur, wenn Bz nach Süden dreht. Typisch sind 3–8 nT; zieht ein koronaler Massenauswurf (CME) vorbei, kann es auf 20–40 nT springen.

unter 10 typisch10–20 erhöht20–30 starküber 30 sehr stark
Geschwindigkeit (km/s) und Dichte (p/cm³)wie stark der Sonnenwind auf die Erde drückt

Die Geschwindigkeit zeigt, wie schnell die Teilchen auf die Magnetosphäre treffen; ein schneller Strom (aus einem koronalen Loch oder einem CME) liefert mehr Energie. Die Dichte ist die Zahl der Protonen pro Kubikzentimeter – dichter Wind sorgt für hellere, „sattere“ Polarlichter, sofern Bz mitspielt.

300–400 km/s ruhig400–500 erhöht500–700 hochüber 700 sehr hoch1–10 p/cm³ typischüber 20 dichtüber 40 sehr dicht
Hemisphärische Leistung (GW)wie viel Energie die Polarlichter in die Atmosphäre pumpen

Das OVATION-Modell der NOAA schätzt alle 5 Minuten, wie viele Gigawatt Energie die Polarlichter in die obere Atmosphäre der Nordhalbkugel abgeben. Es ist die einfachste einzelne Zahl für „wie viel Polarlicht gibt es gerade“ – mit etwa 30–60 Minuten Vorlauf, weil das Modell mit Sonnenwind rechnet, der gemessen wird, bevor er die Erde erreicht.

unter 20 GW ruhig20–50 mäßig50–100 starküber 100 Sturm
30–60 Minuten Vorlaufwie wir „jetzt“ kennen, bevor die Polarlichter auftauchen

Der Sonnenwind wird von einer NOAA-Raumsonde am Punkt L1 gemessen, etwa 1,5 Millionen km sonnenwärts von der Erde. Bei typischen 400 km/s erreicht uns derselbe Wind etwa eine Stunde später, bei 800 km/s eine halbe Stunde später. „Jetzt“ auf dieser Seite ist also eigentlich eine Vorhersage für die nächste halbe bis ganze Stunde.

Bewölkung (%)das Einzige, was einen Ort in Island wirklich vom anderen unterscheidet

Eine stündliche Vorhersage von MET Norway für jeden Ort, in drei Schichten – genau wie die Reiter „lower / middle / high“ auf den Wolkenkarten von vedur.is. Tiefe und mittelhohe Wolken verdecken die Polarlichter vollständig und zählen voll; hohe Wolken (Cirrus) lassen helle Polarlichter durch und zählen deshalb zur Hälfte. Der Prozentwert gibt an, wie viel vom Himmel bedeckt ist. Die Polarlichtaktivität ist im ganzen Land fast gleich, deshalb entscheiden die Wolken, wohin du fährst.

0–30 % klar30–60 % Glückssache – schau aufs Zeitfensterüber 70 % eher nicht
Dunkelheit und Dämmerungwie tief die Sonne sinken muss

Nach Sonnenuntergang sinkt die Sonne stufenweise unter den Horizont: bürgerliche Dämmerung (0 bis −6°), nautische (−6 bis −12°) und astronomische (−12 bis −18°). Schwache Polarlichter siehst du erst ab der nautischen Dämmerung, richtig gut ab der astronomischen. Die Wertung berechnet die Sonnenhöhe Stunde für Stunde für jeden Ort und rechnet die Dunkelheit schrittweise ein: 15–50 % in der bürgerlichen Dämmerung, 50–100 % in der nautischen und voll ab −12°. Dämmerungsstunden sind im Diagramm schraffiert. In Island wird es von Mitte Mai bis Ende Juli nie ganz dunkel, im Dezember dagegen dauert die Dunkelheit etwa von 17:00 bis 9:00 Uhr.

MondPhase und ob er am Himmel steht

Wie viel von der Scheibe beleuchtet ist und wann der Mond auf- oder untergeht. Vollmond hellt den Himmel auf und überstrahlt schwache Polarlichter (starke stört das nicht), beleuchtet aber die Landschaft wunderschön für Fotos. Es kommt nicht nur auf die Phase an, sondern darauf, ob der Mond tatsächlich am Himmel steht – die Wertung prüft das Stunde für Stunde für jeden Ort: Unter dem Horizont zählt der Mond gar nicht, tief stehend (unter 10°) nur ein wenig.

Himmelsdunkelheit (mag/arcsec²)wie stark Stadtlichter den Himmel aufhellen

Himmelshelligkeit im Zenit aus einem Lichtverschmutzungsatlas, berechnet aus VIIRS-Satellitenbildern der nächtlichen Beleuchtung von 2025. Je höher die Zahl, desto dunkler: Ein natürlicher Himmel ohne künstliches Licht hat etwa 22,0 mag/arcsec², Vororte etwa 20, ein Stadtzentrum unter 19. Es ist ein Modell, keine Messung, und es gilt für den Himmel über dir – die Lichtglocke tief über dem Horizont in Richtung einer Stadt kann heller sein. Aus dieser Zahl berechnet die Wertung den Lichtverschmutzungsfaktor: bis etwa 21,2 kein Abzug, im Stadtzentrum etwa die Hälfte. Der Schalter „Dunkler Himmel“ über der Karte zeigt die ganze Ebene, und beim gewählten Ort steht, wo es in der Nähe dunkler ist.

Im Inneren Islands und über dem Vatnajökull zeigt der Atlas eine falsche Lichtglocke über den Gletschern (der Satellit erfasst Reflexionen von Schnee und Eis), daher nehmen wir dort natürliche Dunkelheit an.

21,8+ sehr dunkel21,5–21,8 dunkel20,9–21,5 leichte Lichtglocke20,0–20,9 deutliche Lichtglocke19,0–20,0 starke Lichtglockeunter 19 Stadt
Gefühlte Temperaturweil du stundenlang warten wirst

Die vorhergesagte Temperatur, korrigiert um den Wind (die Windchill-Formel der Wetterdienste in Kanada und den USA). Bei −2 °C und 10 m/s Wind fühlt es sich wie etwa −11 °C an. An der isländischen Küste ist Wind die Regel, deshalb sagt dir diese Zahl mehr als das Thermometer.

Woher die Daten stammen

Polarlichtaktivität

NOAA SWPC – Kp-Index-Vorhersage, Sonnenwind-Messungen (Bz, Bt, Geschwindigkeit, Dichte) von der Raumsonde am L1 und hemisphärische Leistung aus dem OVATION-Modell. Veðurstofa Íslands (IMO) – eine eigene Polarlicht-Vorhersage von 0–9 für jede Nacht.

Wolken, Temperatur, Wind

MET Norway (Locationforecast) – tiefe, mittelhohe und hohe Wolken, Temperatur und Wind für jede Stunde, separat für jeden der 38 Orte. Gefühlte Temperatur aus dem Wind berechnet (Windchill).

Dunkelheit und Mond

Sonnenuntergang und -aufgang, volle Dunkelheit und Mondphase – von Veðurstofa Íslands (IMO), alle 6 Stunden aktualisiert. Die Höhe von Sonne und Mond über dem Horizont berechnen wir selbst, Stunde für Stunde für jeden Ort.

Karte

Grundkarte: OpenStreetMap (ODbL-Lizenz, nur Namensnennung). Die 12 Regionen sind unsere eigene Aufteilung – die Grenzen verlaufen auf halbem Weg zwischen den nominellen Mittelpunkten der Regionen und enden an der Küste.

Himmelsdunkelheit

Lichtverschmutzungsatlas – ein Modell der Himmelshelligkeit auf Basis der VIIRS-Nachtlichter (Earth Observation Group, Payne Institute, Colorado School of Mines). Auflösung etwa 1 km.

Zum Live-Vergleich

SpaceWeatherLive – Kp-Diagramme, Sonnenwind, Polarlichtoval, Webcams. Die Seite zeigt dieselben NOAA-Daten, die wir verwenden; ihre Diagramme binden wir nicht ein (die Nutzungsbedingungen erlauben das nicht), aber wir verlinken darauf.

Polarlicht-Ratgeber

So jagst du Polarlichter

Woher das Licht am Himmel kommt, welche Zahlen wirklich zählen, wie du SpaceWeatherLive und vedur.is liest und wie du in Island eine Nacht mit dem Auto planst.

Polarlichter sind kein Lotto. Damit du sie siehst, müssen vier Dinge gleichzeitig zusammenkommen. Drei davon kannst du auf dem Handy prüfen – das vierte liegt bei dir.

Dunkelheit

Eine Nacht, in der die Sonne weit unter dem Horizont steht, und keine Straßenlaternen. In Island ist das von Ende August bis Mitte April der Fall.

Klarer Himmel

Polarlichter leuchten in 100 km Höhe, Wolken hängen in 1–10 km. Die Wolken gewinnen immer.

Aktivität

Der Sonnenwind muss im Erdmagnetfeld „das Tor öffnen“. Genau das verrät dir der Bz-Wert.

Geduld

Polarlichter kommen in Wellen von 10–30 Minuten. Die meisten fahren eine Viertelstunde zu früh ins Hotel zurück.

1. Woher die Polarlichter kommen

Polarlichter sind eine Leuchtreklame von der Größe eines Kontinents. Die Sonne liefert den Strom, das Erdmagnetfeld ist das Kabel und die obere Atmosphäre das leuchtende Gas.

Die Sonne bläst ständig einen Strom geladener Teilchen (Elektronen und Protonen) ins All. Das ist der Sonnenwind. Er braucht anderthalb bis vier Tage bis zu uns und trägt ein Stück des Magnetfelds der Sonne mit sich.

Die Erde hat ihr eigenes Magnetfeld – einen unsichtbaren Schild, die Magnetosphäre. Normalerweise umströmt der Sonnenwind sie wie Wasser einen Stein im Fluss. Alles ändert sich, wenn das Magnetfeld im Wind nach Süden zeigt, also entgegengesetzt zum Erdfeld. Dann „verkleben“ die beiden Felder (Physiker nennen das Rekonnexion), der Schild öffnet sich, und Energie strömt in den langen Schweif der Magnetosphäre auf der Nachtseite der Erde. Von Zeit zu Zeit „schnalzt“ der Schweif wie ein gespanntes Gummiband und schießt Teilchen entlang der Feldlinien direkt zu den Polen.

Dreh in der Animation die Feldrichtung um und sieh dir den Unterschied an.

Warum Polarlichter grün sind – und manchmal rot oder rosa

Schnelle Elektronen prallen auf Sauerstoffatome und Stickstoffmoleküle. Das getroffene Atom nimmt für einen Moment zusätzliche Energie auf und gibt sie dann als Lichtblitz in einer ganz bestimmten Farbe wieder ab. Die Farbe hängt davon ab, was das Elektron getroffen hat und in welcher Höhe.

Rot, 200–400 km

Sauerstoff in sehr dünner Luft. Schwach und meist nur bei starken Stürmen zu sehen. Diese Farbe sieht man am häufigsten weiter im Süden, weil man aus großer Entfernung nur den oberen Teil der Polarlichter sieht.

Grün, 100–200 km

Atomarer Sauerstoff. Die hellste Farbe und die, für die das menschliche Auge am empfindlichsten ist. Das sind 90 % dessen, was du in Island sehen wirst.

Rosa und Violett, 80–100 km

Stickstoff. Taucht am unteren Rand der Vorhänge auf, wenn die Polarlichter sehr aktiv sind und schnell tanzen.

Zum Vergleich: Flugzeuge fliegen in 11 km Höhe, und die Wolken enden noch tiefer.

Nur zur Warnung: Mit bloßem Auge sehen schwache Polarlichter aus wie ein grauweißer, leicht grünlicher Streifen – leicht mit einer Wolke zu verwechseln. Deine Augen sehen im Dunkeln kaum Farben, während eine Kamera mehrere Sekunden lang Licht sammelt. Der Trick der Jäger: Mach ein Foto im Nachtmodus deines Handys. Wird die „Wolke“ grün, ist es keine Wolke.

2. Die Zahlen, die du verstehen solltest

Wenn du dir nur eine Sache merkst: Achte auf Bz, nicht auf Kp. Kp sagt dir, was in den letzten drei Stunden passiert ist. Bz sagt dir, was in 30–60 Minuten passieren wird.

Die Sonnenwinddaten stammen von einem Satelliten, der 1,5 Millionen km von der Erde entfernt in Richtung Sonne geparkt ist (der Punkt L1). Wind, der ihn passiert hat, erreicht uns meist 30–70 Minuten später. Das ist dein einziges echtes „Fenster in die Zukunft“.

Simulator: Stell das Weltraumwetter ein

Bewege die Schieberegler und sieh, was mit dem Himmel über Island passiert. Das Modell ist bewusst vereinfacht – es soll dein Gespür schärfen, nicht die Vorhersage ersetzen.

3. Vorhersagen: Tage, Stunden, Minuten

Eine Polarlicht-Vorhersage funktioniert wie eine Gewittervorhersage: Je näher der Zeitpunkt, desto sicherer ist sie. Jeder Zeithorizont hat seine eigene Datenquelle.

27 Tage im Voraus

Die Sonne dreht sich etwa alle 27 Tage einmal um ihre Achse. Wenn uns ein koronales Loch (ein dunkler Fleck auf Sonnenbildern, aus dem schneller Wind strömt) vor einem Monat Polarlichter beschert hat, tut es das wahrscheinlich wieder. So funktionieren Langzeitprognosen – nimm sie als Hinweis, mehr nicht.

1–4 Tage im Voraus

Zwei Quellen für Polarlichter. Ein koronales Loch, das zur Erde zeigt: Schneller Wind kommt in 2–4 Tagen an und bringt ein paar ruhige, aber verlässliche Nächte. Ein koronaler Massenauswurf (CME): eine nach einem Flare ausgestoßene Plasmawolke, 1–3 Tage unterwegs – er kann dir die Show deines Lebens bescheren oder… gar nichts, wenn er ein nördliches Bz mitbringt. Ein Flare allein erzeugt keine Polarlichter – entscheidend ist, ob er einen CME in unsere Richtung geschickt hat. Hier helfen die 3-Tage-Vorhersage und die Kp-Vorhersage.

30–70 Minuten im Voraus

Der Wind passiert den Satelliten am L1. Ab diesem Moment kennst du die echten Werte für Bz, Bt, Geschwindigkeit und Dichte. Das ist der entscheidende Moment: losfahren oder schlafen gehen.

Jetzt

Magnetometer (ein plötzlicher Abfall der Linie = die Polarlichter flammen gerade auf), Webcams, die Karte des Polarlichtovals und das beste Instrument von allen – deine eigenen Augen, nach Norden gerichtet.

Wo stehen wir im Sonnenzyklus? Die Sonnenaktivität steigt und fällt in einem Rhythmus von etwa 11 Jahren. Der Höhepunkt des aktuellen Zyklus Nr. 25 lag um 2024. Die Jahre kurz nach dem Maximum sind für Jäger ideal: Es gibt weniger riesige Flares, dafür mehr große koronale Löcher, die regelmäßige, wiederkehrende Polarlichter bringen. Dazu kommt, dass sich das Erdmagnetfeld um die Tagundnachtgleichen (September–Oktober und März) statistisch leichter mit dem der Sonne „verbindet“ – dann gibt es mehr Polarlichter.

4. SpaceWeatherLive lesen

Die Startseite der Website sieht aus wie ein Flugzeugcockpit. Für die Jagd brauchst du vier Anzeigen – der Rest ist Hintergrund. Unten siehst du eine Skizze der Seite – klick auf ein beliebiges Feld.

Die Website hat zwei Reiter: Auroral activity (was rund um die Erde passiert – dein Hauptreiter) und Solar activity (was auf der Sonne passiert – eine Vorschau auf die nächsten Tage). Die Werte in der Skizze sind nur Beispiele. Die Seite gibt es auch auf Deutsch, die Beschreibungen hier beziehen sich aber auf die englischen Bezeichnungen.

Drei-Minuten-Routine auf der Website

  1. Kp-Vorhersage für drei Tage – ein kurzer Blick am Morgen. Für Island ist Kp 2–3 schon eine gute Nacht, niedrige Werte sind also kein Grund aufzugeben.
  2. Bz – ist es negativ, und wie lange schon? Klick auf „More data“ und sieh dir das Diagramm der letzten 2 Stunden an. Eine halbe Stunde stabil negatives Bz ist mehr wert als ein einzelner tiefer Ausschlag.
  3. Geschwindigkeit und Bt – je höher, desto stärker die Wirkung bei gleichem Bz. Die Website zeigt dir auch direkt an, in wie vielen Minuten der gemessene Wind die Erde erreicht.
  4. Auroral oval – die Karte des Ovals. Liegt das grüne Band über Island? Wird es gelb oder rot?
  5. Magnetometer – wenn die Linie steil abfällt, raus mit dir. Die Polarlichter flammen genau jetzt auf.
  6. Zum Schluss die Mondphase und – außerhalb der Website – die Wolkenkarte des isländischen Wetterdienstes (Lektion 5).

Benachrichtigungen statt Bildschirm anstarren. Die Website hat eine Handy-App und Benachrichtigungen. Sinnvolle Schwellenwerte für Island: Bz unter −8 nT, Kp ab 4, Hemispheric Power über 50 GW. Denk daran, dass der Mobilfunkempfang außerhalb der Orte lückenhaft sein kann – prüf die Daten, bevor du losfährst.

5. Polarlichtjagd in Island

Island liegt direkt unter dem Polarlichtoval. Aktivität gibt es fast jede Nacht. Dein eigentlicher Gegner ist nicht die Sonne, sondern die isländische Bewölkung – und deshalb ist ein Auto dein größter Vorteil.

Wann es dunkel genug ist

Die Höhe jedes Balkens ist die ungefähre Zahl der Stunden echter Dunkelheit rund um Reykjavík. Klick auf einen Monat.

Uhrzeit: Polarlichter können jederzeit nach Einbruch der Dunkelheit auftauchen, statistisch ist das beste Zeitfenster aber 22:00–1:00 Uhr. Plane, um 21:30 Uhr bereit vor Ort zu sein – nicht erst dann loszufahren.

Wolken: So liest du die Karte von vedur.is

Der isländische Wetterdienst (Veðurstofa, vedur.is) hat eine eigene Vorhersage nur für Polarlichtjäger. Das ist die wichtigste Website deiner Reise. Man liest sie genau andersherum, als die Intuition es nahelegt:

  • Weiße Flächen = klarer Himmel. Grün = Wolken, und je dunkler das Grün, desto dichter. Du suchst Weiß.
  • Mit dem Schieberegler unter der Karte bewegst du dich Stunde für Stunde durch die Zeit. Prüf das Fenster 21:00–2:00 Uhr und schau, in welche Richtung die Wolkenlücken ziehen.
  • Du kannst die Karte zwischen tiefen, mittelhohen und hohen Wolken umschalten. Tiefe und mittelhohe sind die gefährlichen. Helle Polarlichter können durch dünne hohe Wolken hindurchscheinen.
  • Die Zahl in der Ecke (Skala 0–9) ist die Aktivitätsvorhersage. In Island bedeutet schon „2–3“ eine echte Chance, deshalb entscheiden die Wolken, ob du losfährst, nicht diese Zahl.

Strategie mit Auto oder Camper

  1. Wähl am Nachmittag eine Richtung. Vergleich die Wolkenkarte für den Abend mit einer Straßenkarte. Oft reichen 40–90 Minuten Fahrt: Wenn der Süden bewölkt ist, ist es auf der Leeseite der Berge und Gletscher oft klar – und umgekehrt.
  2. Such dir deinen Platz bei Tageslicht. Ein Parkplatz oder eine Haltebucht mit freiem Blick nach Norden, weg von Lichtern. Auf einer unbekannten Straße suchst du im Dunkeln keine Abzweigungen.
  3. Prüf Straße und Wind. Straßenzustand: umferdin.is (Telefon 1777). Warnungen: safetravel.is und vedur.is. Bei gelber oder oranger Windwarnung bleibst du, wo du bist – die Polarlichter gibt es morgen auch noch.
  4. Schalt alles aus. Der Motor darf zum Heizen laufen, aber Scheinwerfer, Tagfahrlicht und das Display im Armaturenbrett ruinieren deine Nachtsicht und die aller anderen. Deine Augen brauchen etwa 20 Minuten im Dunkeln. Nutz das Rotlicht deiner Stirnlampe.
  5. Warte mit Plan. Leg fest, wie lange du bleibst (z. B. bis 1:00 Uhr). Zieh dich wärmer an, als vernünftig erscheint, und nimm eine Thermoskanne mit. Ein ruhiger Bogen im Norden wird nach 20–40 Minuten oft zu einem Tanz direkt über dir.

Sicherheit – denn daran scheitern Reisen am häufigsten:

  • Halte nie auf der Fahrbahn oder auf dem schmalen Seitenstreifen der Ringstraße (Route 1). Nur auf Parkplätzen und in Haltebuchten.
  • Halt die Tür beim Öffnen mit beiden Händen fest – der isländische Wind reißt Türen aus den Scharnieren, und keine Versicherung zahlt das.
  • Im Winter bildet sich nach Einbruch der Dunkelheit Glatteis, auch auf Hauptstraßen. Hochlandpisten (F-Straßen) sind etwa von Oktober bis Juni gesperrt.
  • Reynisfjara und die anderen Strände im Süden: Halte im Dunkeln großen Abstand zum Wasser – Wellen können Dutzende Meter den Strand hinauflaufen.
  • Camper: „Wildes“ Übernachten im Fahrzeug ist in Island ohne Erlaubnis des Grundbesitzers verboten. Im Winter haben nur manche Campingplätze geöffnet – prüf die Liste vor der Abfahrt.
  • Notruf: 112.

Bewährte Orte

Die Liste der Orte mit Beschreibungen, der Vorhersage für heute Nacht und Links zu Google Maps findest du im Radar oben auf der Seite: zur Rangliste der Orte. Die Polarlichter sind überall dieselben – die Orte unterscheiden sich im Vordergrund, in der Dunkelheit und darin, wie gut sie im Winter erreichbar sind.

Wenn du in Reykjavík wohnst: Die Lichter der Stadt schlucken schwache Polarlichter, aber schon 30–45 Minuten Fahrt (Þingvellir, Kleifarvatn, rund um den Hvalfjörður) bringen dich in echte Dunkelheit. Der Leuchtturm Grótta ist die Notlösung für einen Abend ohne Auto.

Alle 38 Beobachtungsorte – kurze Beschreibungen
Reykjavík / Grótta Höfuðborgarsvæðið
Der Leuchtturm Grótta auf der Landzunge Seltjarnarnes, 15 Minuten vom Zentrum: der dunkelste Ort der Stadt, mit Blick nach Norden über die Bucht. Der Lichtschein von Reykjavík bleibt hinter dir, schwache Polarlichter siehst du hier aber nicht. Hinweis: Der Damm zur Leuchtturminsel verschwindet bei Flut – bleib auf dem Parkplatz am Strand.
Þingvellir Suðurland
Ein Nationalpark 45 Minuten von der Hauptstadt: echte Dunkelheit, ein weiter Himmel über dem See Þingvallavatn und große Parkplätze (Hakið). Die klassische erste Wahl, wenn du in Reykjavík wohnst. Hinweis: Parkplatz P1 ist gebührenpflichtig (Automat); im Winter sind die Stufen hinunter zur Almannagjá-Schlucht glatt.
Vík í Mýrdal / Reynisfjara Suðurland
Ein Dorf an der Südküste und der beliebteste Standort im Süden, mit dem schwarzen Strand Reynisfjara 10 Minuten entfernt – Basaltsäulen und die Felsnadeln Reynisdrangar. In Vík bildet die Kirche auf dem Hügel den Vordergrund, am Strand sind es die Felsen; Berge verdecken den tiefen Nordhorizont, also heb dir den Ort für stärkere Nächte auf. Hinweis: Tückische Wellen („Sneaker Waves“) laufen am Reynisfjara Dutzende Meter den Strand hinauf, auch nachts. Bleib in der Nähe des Parkplatzes.
Jökulsárlón Suðausturland
Die Gletscherlagune: Polarlichter spiegeln sich im Wasser zwischen treibenden Eisbergen. Für viele das beste Motiv der Insel – null Lichter, und der Parkplatz liegt direkt an der Ringstraße. Hinweis: 4,5 Stunden von der Hauptstadt; übernachte in Höfn (1 Std.) oder rund um Skaftafell.
Kirkjufell Snæfellsnes
Islands berühmtester Berg, bei Grundarfjörður auf der Halbinsel Snæfellsnes. Du schaust nach Norden über den Wasserfall Kirkjufellsfoss – genau dorthin, wo die Polarlichter beginnen. Hinweis: Gebührenpflichtiger Parkplatz, und in guten Nächten steht hier ein Wald aus Stativen. Betritt nicht das Eis am Wasserfall.
Akureyri Norðurland
Die Hauptstadt des Nordens (19.000 Einwohner) und dein Ausgangspunkt für den Mývatn. Im Winter statistisch weniger Wolken als im Süden, und das Polarlichtoval liegt direkt darüber. Hinweis: Stadtlichter: Fahr 10–15 Minuten am Fjord entlang hinaus (z. B. Richtung Hjalteyri) oder hinauf zum Pass Víkurskarð.
Mývatn Norðurland
Der See Mývatn mit Pseudokratern, Lavafeldern und heißen Quellen; übernachte in Reykjahlíð. Dunkel, flach, offener Horizont – und die Ringstraße wird im Winter geräumt.
Goðafoss Norðurland eystra
Ein Wasserfall an der Ringstraße zwischen Akureyri und Mývatn, Parkplatz ganzjährig geöffnet, 35 Minuten von Akureyri. Ein weiter Bogen aus Wasser als Vordergrund und keine Lichter außer am Parkplatz. Hinweis: Im Winter sind Geländer und Wege vereist – bleib auf den markierten Aussichtsplattformen.
Skógafoss Suðurland
Ein 60 m hoher Wasserfall an der Ringstraße mit großem Parkplatz und nachts ohne Flutlicht. Ein Campingplatz und ein Hotel liegen direkt nebenan, du kannst also im Warmen warten. Hinweis: Die Gischt setzt sich aufs Objektiv – nimm ein Tuch mit.
Gullfoss Suðurland
Der Wasserfall am Ende des Golden Circle, 1,5 Stunden von der Hauptstadt. Der obere Parkplatz ist nachts offen, und sobald das Café schließt, wird es leer und dunkel. Hinweis: Im Winter sind Stufen und Aussichtsplattformen vereist; beobachte die Polarlichter von der oberen Plattform.
Hella / Hvolsvöllur Suðurland
Das südliche Tiefland, 90 Minuten von der Hauptstadt: viele Hotels und Polarlicht-Hütten, flach und dunkel zwischen den Dörfern, mit freiem Blick nach Norden Richtung Hekla.
Höfn í Hornafirði Suðausturland
Ein Fischerort und dein Ausgangspunkt für Vatnajökull und Jökulsárlón. Der Hafen selbst ist beleuchtet, aber 15 Minuten entfernt liegt Stokksnes mit dem Vestrahorn – der beste Vordergrund im Osten.
Stokksnes / Vestrahorn Suðausturland
Das zerklüftete Vestrahorn über schwarzem Strand und Dünen, 15 Minuten von Höfn. Der beste Vordergrund im Osten, mit Spiegelungen im nassen Sand. Hinweis: Privatgelände – zahl den Eintritt im Viking Café; fahr nach Einbruch der Dunkelheit nicht von der Schotterstraße auf den Sand.
Kirkjubæjarklaustur Suðurland
Ein Dorf an der Ringstraße, auf halber Strecke der 270 km langen Lücke zwischen Vík und Jökulsárlón: die Lavafelder Eldhraun, eine Tankstelle und Unterkünfte. Flach, dunkel, offener Horizont in alle Richtungen.
Selfoss Suðurland
Die größte Stadt im Süden, 60 km von der Hauptstadt, wo sich die Straßen zur Küste treffen. Eher ein Bezugspunkt fürs Wetter und ein Ort zum Schlafen als ein Beobachtungsort. Hinweis: Fahr 10 Minuten aus der Stadt hinaus, z. B. Richtung Eyrarbakki.
Reykjanesviti Reykjanes
Islands ältester Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel Reykjanes, 50 Minuten von der Hauptstadt: Klippen, das Geothermalgebiet Gunnuhver und keine Lichter außer dem Leuchtturm. Hinweis: Ausbruchsgebiet 2023–2025: Straßen rund um Grindavík sind zeitweise gesperrt. Prüf vor der Fahrt safetravel.is.
Kleifarvatn Reykjanes
Ein See in einem Kratertal auf Reykjanes, 35 Minuten von der Stadt. Schwarze Ufer und Spiegelungen – eine gute Alternative, wenn Wolken über Þingvellir hängen. Hinweis: Die Straße 42 ist teilweise Schotter und im Winter glatt.
Garður Suðurnes
Die Leuchttürme Garðskagaviti an der äußersten Spitze der Halbinsel, 10 Minuten vom Flughafen Keflavík. Ein flacher 360-Grad-Horizont – perfekt für die erste oder letzte Nacht.
Stykkishólmur Snæfellsnes
Eine Hafenstadt an der Nordseite von Snæfellsnes. Vom Hügel Súgandisey mit seinem Leuchtturm blickst du über den Breiðafjörður und seine Hunderte Inselchen.
Húsavík Norðurland
Die Walbeobachtungsstadt an der Bucht Skjálfandi, mit Holzkirche und Hafen als Vordergrund. Ausgangspunkt für den Nordosten.
Egilsstaðir Austurland
Die wichtigste Stadt im Osten, mit Flughafen und Straßenknoten. Der See Lagarfljót und der Wald Hallormsstaður bieten dunkle Plätze 10–20 Minuten von der Stadt.
Djúpivogur Austurland
Ein Hafenort an der Ostküste, auf halbem Weg zwischen Höfn und Egilsstaðir. Der Berg Búlandstindur über dem Fjord bildet den Vordergrund, und der Hafen ist nur schwach beleuchtet.
Ísafjörður / Bolungarvík Vestfirðir
Die Hauptstadt der Westfjorde und ihr Nachbar hinter dem Tunnel. In Ísafjörður selbst lässt der tiefe Fjord nur einen schmalen Horizont frei; 15 Minuten entfernt öffnet der Leuchtturm Óshólaviti in Bolungarvík den Blick nach Norden übers Meer. Hinweis: Im Winter häufige Straßensperrungen und Lawinengefahr – diese Region ist etwas für längere, autarke Reisen.
Borgarnes Vesturland
Eine Stadt an der Brücke über den Borgarfjörður, eine Stunde von der Hauptstadt und ein beliebter Übernachtungsstopp auf dem Weg nach Westen. Dunkle Felder und Küste 5 Minuten außerhalb der Stadt.
Akranes Vesturland
Eine Stadt 45 Minuten von der Hauptstadt mit den zwei Breið-Leuchttürmen an der Landspitze: ein Lieblingsort der Polarlichtfotografen aus dem Großraum Reykjavík, mit freiem Blick nach Norden und Westen.
Hvítserkur Norðurland vestra
Der Felsen-„Drache“, der auf der Halbinsel Vatnsnes aus dem Meer trinkt, 40 Minuten abseits der Ringstraße. Ein einzigartiges Motiv, mit dem Nordhimmel direkt über dem Felsen. Hinweis: Die letzten gut zehn Kilometer sind Schotter – im Winter nur bei guten Bedingungen; steiler Pfad hinunter zum Strand.
Seyðisfjörður Austurland
Ein bunter kleiner Ort am Ende eines schmalen Fjords (Fähre aus Dänemark). Hübsch, aber die Berge verdecken den Großteil des Himmels, deshalb siehst du Polarlichter nur, wenn sie hoch stehen. Hinweis: Der Pass Fjarðarheiði ist im Winter zeitweise gesperrt; sobald der Tunnel öffnet (2026+), wird er der Weg hinein und hinaus.
Vestmannaeyjar Suðurland
Die Insel Heimaey mit dem Vulkan Eldfell, 35 Minuten mit der Fähre ab Landeyjahöfn. Dunkel und exotisch, aber im Winter fallen Fahrten manchmal aus. Hinweis: Du musst auf der Insel übernachten – die letzte Fähre fährt am Abend.
Siglufjörður Norðurland vestra
Die frühere Heringshauptstadt im hohen Norden, durch Tunnel erreichbar. Ein schmaler Fjord, aber oft klarer Himmel, wenn der Rest des Nordens unter Wolken liegt.
Dalvík Norðurland eystra
Ein kleiner Ort am Eyjafjörður mit der Fähre nach Grímsey. Offener Blick über den Fjord und die Berge von Tröllaskagi.
Sauðárkrókur Norðurland vestra
Eine Stadt am Skagafjörður, auf dem Weg zwischen der Hauptstadt und Akureyri. Eine flache Küste mit Blick auf die Insel Drangey.
Blönduós Norðurland vestra
Ein Ort an der Ringstraße im Nordwesten, ein typischer Übernachtungsstopp auf halbem Weg nach Akureyri. Die Flussmündung und die Küste des Húnaflói liegen direkt daneben.
Reyðarfjörður / Neskaupstaður Austurland
Ein Standort in den Ostfjorden: Reyðarfjörður und Eskifjörður liegen an der Hauptstraße, und hinter dem Tunnel liegt Neskaupstaður am Ende der Straße, mit einem nach Osten offenen Fjord und dunklem Himmel. Hinweis: Die Aluminiumhütte in Reyðarfjörður ist die ganze Nacht beleuchtet; zum Beobachten fahr nach Eskifjörður oder Neskaupstaður.
Hólmavík Vestfirðir
Ein Dorf an der Strandir-Küste auf der Ostseite der Westfjorde, 3 Stunden von der Hauptstadt. Sehr dunkel, sehr leer, und es gibt ein Museum für Hexerei. Hinweis: Drei Stunden von der Hauptstadt; die Straße 61 über die Steingrímsfjarðarheiði ist im Winter zeitweise gesperrt.
Patreksfjörður Vestfirðir
Ein kleiner Ort in den südlichen Westfjorden, Ausgangspunkt für die Vogelfelsen Látrabjarg und den Strand Rauðasandur. Im Winter sehr schwer erreichbar. Hinweis: Im Winter sehr schwer erreichbar: Bergpässe, Schotterabschnitte und häufige Sperrungen. Prüf umferdin.is, bevor du losfährst.
Bláa lónið Reykjanes
Die Blaue Lagune: Das Bad und die Hotels sind die ganze Nacht hell beleuchtet, und bei Ausbrüchen auf Reykjanes wird sie manchmal geschlossen. Ein Touristenmagnet, aber ein schlechter Ort für Polarlichter. Hinweis: Das Bad und die Hotels sind die ganze Nacht hell beleuchtet, und bei Ausbrüchen auf Reykjanes wird sie manchmal geschlossen. Der Leuchtturm Reykjanesviti, 20 Minuten entfernt, ist viel besser.
Dettifoss Norðurland
Der mächtigste Wasserfall Europas. Im Sommer beeindruckend, aber die Straßen 862 und 864 sind vom ersten Schnee bis Mai gesperrt – also die gesamte Polarlichtsaison. Hinweis: Die Straßen 862 und 864 sind vom ersten Schnee bis Mai gesperrt, also fast die ganze Polarlichtsaison. Fahr im Winter stattdessen zum Goðafoss.
Landmannalaugar Suðurland
Die bunten Berge des Hochlands, nur über F-Straßen erreichbar, die von Oktober bis Juni gesperrt sind. In der Polarlichtsaison kommst du nicht hin. Hinweis: F-Straßen sind von Oktober bis Juni gesperrt, in der Polarlichtsaison ist der Ort also unerreichbar. Er bleibt als Sommerziel auf der Karte (Ende August–September).

6. Polarlichter fotografieren

Es gibt eine Regel: Die Kamera muss absolut still stehen und ein paar Sekunden lang Licht sammeln. Der Rest ist, die Belichtungszeit daran anzupassen, wie schnell sich die Polarlichter bewegen.

Kamera auf StativHandy

Kamera: alles bei Tageslicht vorbereiten

  • Objektiv: Weitwinkel (14–24 mm an Vollformat) und so lichtstark wie möglich: f/1.4–f/2.8. Nimm den UV-Filter ab – bei Polarlichtaufnahmen kann er seltsame konzentrische Ringe erzeugen.
  • Manueller Fokus. Der Autofokus funktioniert im Dunkeln nicht. Schalte Live View ein, zoom auf einen hellen Stern oder ein entferntes Licht und dreh am Ring, bis der Punkt so klein wie möglich ist. Du kannst den Ring mit Klebeband fixieren.
  • Modus M, RAW-Format, Weißabgleich etwa 3500–4000 K, Bildstabilisator aus (auf dem Stativ schadet er), 2-Sekunden-Selbstauslöser oder Fernauslöser.
  • Kälte frisst Akkus. Trag einen Ersatzakku in einer Innentasche. Wenn du zurück im Auto bist, nimm die Kamera nicht gleich aus der Tasche – sonst beschlägt sie.
  • Der Vordergrund macht das Foto. Ein Wasserfall, eine kleine Kirche, die Silhouette eines Menschen, eine Spiegelung im Wasser. Reiner grüner Himmel wird schnell langweilig.

Handy: ja, unter einer Bedingung

  • Halt es still. Ein Mini-Stativ mit Halterung, oder leg es auf einen Stein oder an die Autoscheibe. Aus der Hand bekommst du nur einen verschwommenen Fleck.
  • Schalte den Nachtmodus ein und stell die längste verfügbare Zeit ein (auf dem Stativ erlaubt das iPhone 10–30 s; bei Android-Handys such nach dem Modus „Pro“ oder „Nacht“: ISO 1600–3200, 4–10 s, Fokus manuell auf unendlich).
  • Schalte den Blitz aus, nutze einen 3-Sekunden-Selbstauslöser und speichere in RAW, wenn dein Handy das kann.
  • Dreh die Bildschirmhelligkeit ganz herunter – ein heller Bildschirm ruiniert deine Nachtsicht und stört die Leute neben dir.

Mach ein paar Aufnahmen und pack die Ausrüstung dann weg. Die besten Polarlicht-Momente dauern ein paar Minuten – schade, sie nur durch ein Display zu sehen.

7. Glossar und nützliche Websites

Glossar

Sonnenwind
Ein ständiger Strom geladener Teilchen von der Sonne. Meist 300–500 km/s, in Böen über 800.
IMF, Bt und Bz
Das interplanetare Magnetfeld, das der Wind mit sich trägt. Bt ist seine Gesamtstärke, Bz die Nord-Süd-Komponente. Ein negatives Bz öffnet die Magnetosphäre.
Kp-Index
Ein globales, dreistündiges Maß dafür, wie gestört das Erdmagnetfeld ist, auf einer Skala von 0–9. Ab Kp 5 spricht man von einem geomagnetischen Sturm (G1); Kp 9 ist G5.
Polarlichtoval
Der Ring um den magnetischen Pol, in dem die Polarlichter leuchten. Je stärker die Aktivität, desto breiter wird er und desto weiter reicht er nach Süden.
Substurm
Eine plötzliche Energiefreisetzung aus dem Schweif der Magnetosphäre. Sie dauert 10–30 Minuten, und genau dann „explodieren“ die Polarlichter vor Bewegung und Farbe.
CME
Koronaler Massenauswurf: eine von der Sonne ausgestoßene Plasmawolke. Die Quelle der stärksten Polarlichter.
Koronales Loch
Ein Bereich auf der Sonne, aus dem schneller Wind entweicht. Die Quelle regelmäßiger Polarlichter, die etwa alle 27 Tage wiederkehren.
Punkt L1
Ein Punkt 1,5 Millionen km von der Erde in Richtung Sonne, an dem die Satelliten stehen, die den Sonnenwind messen, bevor er uns erreicht.
Hemispheric Power
Eine Schätzung der Gesamtleistung der Polarlichter über einer Hemisphäre, in Gigawatt. Eine schnelle Zahl für „wie viel ist gerade los“.

Websites für deine Lesezeichen

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für Polarlichter in Island?

Von Ende August bis Mitte April, wenn die Nächte richtig dunkel sind. Das beste Zeitfenster liegt meist zwischen 22:00 und 1:00 Uhr, und um die Tagundnachtgleichen (September–Oktober und März) gibt es statistisch mehr Polarlichter. Von Mitte Mai bis Ende Juli wird es in Island gar nicht dunkel.

Welcher Kp-Index reicht für Polarlichter in Island?

Island liegt direkt unter dem Polarlichtoval: Bei klarem Himmel reicht Kp 2–3, und selbst bei Kp 1 ist oft ein Bogen tief im Norden zu sehen. Wichtiger als Kp sind die Wolken und ein negatives Bz im Sonnenwind – deshalb fasst das Radar all das in einer Wertung zusammen.

Wo sieht man Polarlichter in der Nähe von Reykjavík?

In der Stadt ist es am Leuchtturm Grótta am dunkelsten, aber der Lichtschein schluckt schwache Polarlichter. Echte Dunkelheit findest du in Þingvellir (etwa 45 Minuten Fahrt), am See Kleifarvatn (etwa 35 Minuten) oder an den Leuchttürmen von Akranes (etwa 45 Minuten). Alle diese Orte stehen in der Rangliste des Radars, mit einer Vorhersage für jede Nacht.

Wie funktioniert die Wertung 0–100 bei AuroraRadar.pro?

Für jede Stunde der Nacht und jeden der 38 Orte multipliziert das Radar vier Faktoren: Polarlichtaktivität (Kp-Vorhersage, für die aktuelle Stunde der gemessene Sonnenwind), Bewölkung in drei Schichten, Dunkelheit (Sonnenhöhe) und Mond. Die Wertung eines Ortes ist seine beste Stunde; 100 bedeutet eine perfekte Nacht, die fast nie vorkommt.

Woher stammen die Daten und wie oft werden sie aktualisiert?

Polarlichtaktivität, Sonnenwind und Polarlichtoval stammen von NOAA SWPC; die Polarlicht-Vorhersage 0–9, Sonne, Mond und Wetterwarnungen vom isländischen Wetterdienst (Veðurstofa Íslands, IMO); Wolken, Temperatur und Wind von MET Norway. Der Sonnenwind wird alle 20 Minuten aktualisiert, das Wetter für jeden Ort stündlich und die IMO-Daten alle 6 Stunden.

Ist AuroraRadar.pro kostenlos?

Ja. Es läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne App-Installation, in sieben Sprachen: Deutsch, Englisch, Isländisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Polnisch. Du kannst es auf den Startbildschirm deines Handys legen und wie eine App öffnen.